Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft

Endlich schwanger! Leuchten die zwei kleinen Striche zum ersten Mal auf dem Schwangerschaftstest auf, erfüllt sich für die meisten werdenden Eltern ein großer Herzenswunsch. Doch mit der Vorfreude kommen auch die ersten Sorgen um das ungeborene Wunder auf. Denn spätestens jetzt denken viele werdende Mütter über Ernährungsgewohnheiten nach. Was in Themen Nahrungsergänzung auf Dich zukommt, verraten wir Dir in diesem Blogbeitrag. 

Ernährungsumstellung: Keine zu hohen Erwartungen an sich selbst stellen

Schokolade, Burger, Pizza & Co. verschwinden im Schrank. Ab jetzt landen nur noch Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse auf dem Teller. Dieses Vorhaben zerbricht zumeist nach kurzer Zeit am eigenen Appetit oder Heißhungerattacken. Schnell macht sich Ernüchterung breit. Und immer wieder sind werdende Mütter mit der Frage konfrontiert, ob ihr Nachwuchs genügend Mineralstoffe und Vitamine erhält. Eine Untersuchung der TU München hat ergeben, dass viele Schwangere aus Angst um einen Nährstoffmangel dazu neigen, Nahrungsergänzungsmittel mehr oder weniger wahllos zu sich zu nehmen. Häufig greifen Betroffene zu kostenintensiven Kombipräparaten, die bis zu einem Dutzend an Vitaminen und fast ebenso viele Mineralstoffe vereinen. Doch Mediziner bestätigen, dass diese Multivitamintabletten nicht nur überflüssig, sondern partiell sogar gefährlich sind.

Einnahme von Folsäure

In diesem Zusammenhang betonen Mediziner, dass Schwangere nur zwei bestimmte Substanzen als Nahrungsergänzungsmittel benötigen. Ein besonders wichtiger Inhaltsstoff ist Folsäure, auf die Schwangere insbesondere in der Frühschwangerschaft nicht verzichten sollten. Bereits Frauen mit Kinderwunsch raten Ärzte an, täglich Folsäure mit einem Anteil von 400 Mikrogramm einzunehmen. An dieser Empfehlung sollten sich betroffene Frauen mindestens bis zur Beendigung des ersten Schwangerschaftsdrittels orientieren. Anderenfalls drohen schwere Neuralrohrdefekte, die schlimmstenfalls zum intrauterinen Fruchttod oder dauerhaften Missbildungen führen.

Schwangere benötigen mehr Jod

Bei der Einnahme von Jod sind sich Mediziner ebenfalls darüber einig, dass dieser Wirkstoff in einer Schwangerschaft unerlässlich ist. Diese Jodeinnahme gewährleisten werdende Mütter, indem sie bei der Zubereitung von Speisen jodiertes Speisesalz verwenden und außerdem täglich 100 bis 150 Mikrogramm an Jod in Tablettenform zu sich nehmen. Generell beläuft sich der Tagesbedarf an Jod auf etwa 200 Mikrogramm pro Erwachsenem. Doch ab der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche benötigen Schwangere einen höheren Anteil, da diese ab diesem Stadium ebenfalls ihr Kind mit Jod versorgen müssen. Diese Ingredienzien benötigen die Ungeborenen für einen reibungslosen Ablauf der Stoffwechselprozesse, die sich auf die Entwicklung des Gehirns sowie der Knochen auswirken.

Fischöl ist kein Muss

Neben diesen aus medizinischer Sicht dringend notwendigen Nahrungsergänzungsmitteln wird die Liste durch weitere Substanzen ergänzt, deren Einnahme im Einzelfall sinnvoll ist. Ein Beispiel ist Fischöl, über dessen Einnahme in der Schwangerschaft sich Wissenschaftler jedoch nicht zu 100% einig sind. Dennoch bestätigen die meisten Ärzte, dass die in Fischöl enthaltene langkettige Omega-3-Fettsäure DHA für die kindliche Entwicklung im Mutterleib wichtig ist. Insbesondere die Ausbildung des Gehirns sowie der Sehfunktion werden von Fischöl beeinflusst. Wer Fischöl nicht in Kapselform zu sich nehmen möchte, findet den Inhaltsstoff in erster Linie in fettreichem Fisch aus dem Meer. Deshalb sollten Fischarten wie Lachs, Hering, Sardine oder Makrele nach Möglichkeit zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Solltest Du Dich vegetarisch oder vegan ernähren, empfehlen wir Dir ein Gespräch mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin. 

Einnahme von Eisen 

Ebenso wichtig ist es, auf die Einnahme von Eisen zu achten. Längst haben Mediziner bestätigt, dass Schwangere doppelt so viel Eisen wie nicht Schwangere benötigen. Das bedeutet in Zahlen ausgedrückt: der Bedarf für nicht Schwangere beträgt 15, der für Schwangere 30 Milligramm Eisen pro Tag. Dennoch betonen Ärzte in diesem Zusammenhang, dass sich die Eisenresorption des Darms in der Schwangerschaft automatisch erhöht. Dadurch sind Schwangere in der Lage, Eisen aus der Nahrung besonders effizient aufzunehmen. Ergänzend ist der fehlende menstruelle Blutverlust ein Vorteil, der ebenfalls einen Eisenmangel erzeugen kann. Aus dem Grund legt das Bundesernährungsministerium dringend nahe, Eisentabletten in der Schwangerschaft nicht prophylaktisch einzunehmen. Schließlich wird schwangeren Frauen bei den meisten Vorsorgeuntersuchungen Blut abgenommen. Stellt der Arzt bei dieser Kontrolle einen Eisenmangel fest, verschreiben behandelnde Ärzte gewiss Eisenpräparate. 

Vitamin D

Einige Schwangere sollten ebenfalls regelmäßig zur Vitamin D-Tablette greifen. Schließlich benötigt der menschliche Organismus Sonneneinstrahlung, um genügend Vitamin D zu bilden. Die Versorgung mit dem Vitamin wirkt sich im Rahmen einer Schwangerschaft 1:1 auf die Versorgung des Kindes mit Vitamin D aus. Demzufolge ist auch die Entwicklung der Föten von der Vitamineinnahme betroffen. Mittlerweile existieren mehrere Studien, denen zufolge das Risiko für Frühgeburten oder ein geringes Geburtsgewicht bei einem Vitamin-D-Mangel nachgewiesen wurde. Aus dem Grund legt das Bundesministerium für Ernährung Schwangeren nahe, sich entweder häufiger in der Sonne aufzuhalten oder alternativ täglich Vitamin-D-Präparate mit einem Anteil von rund 10 Mikrogramm einzunehmen.

 

Achten Schwangere auf eine ausgewogene Ernährung und genügend Aufenthalte an der frischen Luft, können sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf ein Minimum beschränken. Die einzigen Nahrungsergänzungsstoffe, die dringend empfohlen werden, sind Jod und Folsäure. Nur unter bestimmten Umständen raten Ärzte werdenden Müttern außerdem an, ebenfalls zu Fischöl- sowie Vitamin-D-Tabletten zu greifen.

Wir wünschen eine schöne und unbeschwerte Schwangerschaft! 

Eure Pauline von emma & noah 

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