Das 1. Trimester der Schwangerschaft

Das Gefühl einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen zu halten ist meist sehr überwältigend und mit vielen Emotionen verbunden. Deine kleine Familie wächst! Ab diesem Moment steht Dir eine unvergessliche und aufregende Zeit bevor. Mit der steigenden Aufregung wirst Du aber auch mit vielen neuen Themen und Fragen konfrontiert werden, die auch Unsicherheiten mit sich bringen.

Mit dieser Blogbeitrags-Reihe möchten wir Dich durch diese Zeit begleiten und Dir die wichtigsten Fragen beantworten. Wir verraten Dir, was die drei Trimester der Schwangerschaft ausmacht und welche Veränderungen Dein Körper durchmacht. Außerdem verraten wir Dir, wie sich Dein Baby entwickelt und worauf Du beispielsweise bei den Themen Ernährung, Babyausstattung und Sport achten solltest. Ganz viel Spaß beim Lesen!

2. Trimester

3. Trimester

1. Trimester

Das erste Trimester wird auch als Frühschwangerschaft bezeichnet und umfasst die ersten drei Monate Deiner Schwangerschaft. Auch wenn man Dir die Schwangerschaft noch nicht unbedingt ansieht, passiert in dieser Zeit schon so einiges in Deinem Körper. Deine Hormone spielen verrückt und stellen Deinen Körper sehr schnell in den Modus „Schwangerschaft“ um, sodass Du schnell die ersten Symptome bemerkst. Es kann dann gut sein, dass Du neben Gefühlschaos mit einigen Stimmungsschwankungen mit körperlichem Unwohlsein und sogar Übelkeit zu kämpfen haben wirst. Auch wenn das nicht so toll klingt, zeigt das eigentlich nur, dass gerade ein kleines Wunder in Dir heranwächst – und das ist doch das Schönste Gefühl der Welt!

Gegen Ende des ersten Trimesters lassen aber auch diese unangenehmeren Gefühle meistens nach. Außerdem kann es gut sein, dass Du gegen Ende des 1. Trimesters bereits nach größerer Kleidung umschauen musst, weil Dein Bauch schon ein bisschen gewachsen ist.

Hättest Du gewusst, dass Du in den ersten beiden Schwangerschaftswochen (SSW) noch gar nicht wirklich schwanger bist? Dennoch werden diese beiden Wochen zur Schwangerschaft hinzugerechnet.

  1. SSW: Die erste Schwangerschaftswoche startet mit dem Beginn der Periode. So schafft Dein Körper die Voraussetzungen für eine mögliche Schwangerschaft. Durch das Abstoßen der alten Gebärmutterschleimhaut, kann sich die neue Schleimhaut bilden, in welcher sich die Eizelle schon bald einnisten kann.
  2. SSW: Am Ende der zweiten Schwangerschaftswoche findet der Eisprung statt und die fruchtbare Phase beginnt. In dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden am höchsten.

Wie entwickelt sich Dein Baby im ersten Trimester?

  • Die Plazenta bildet sich aus und versorgt Dein kleines Wunder mit allen wichtigen Nährstoffen.
  • Nach den ersten drei Monaten ist Dein Baby in etwa so groß wie eine Orange (6 cm) und wiegt in etwa 15g.
  • Die Organe Deines Baby sind angelegt.
  • Das Herz Deines Baby schlägt.
  • Die Gliedmaßen entwickeln sich langsam.
  • Im Gehirn bilden sich Nervenzellen aus.
  • Dein kleines Wunder schläft fast die ganze Zeit. Es kann aber bereits gähnen, schlucken, saugen und sogar schwimmen.
  • In der 9. SSW beginnt sich Dein Baby zu bewegen. Das spürst Du zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.

To-Do’s während des 1. Trimesters

  • Sobald Du einen positiven Test in den Händen hältst, solltest Du Dir die Schwangerschaft nochmal von Deinem Gynäkologen/Deiner Gynäkologin bestätigen lassen.
  • Nimm Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel ein (gerne auch schon unterstützen vor der Schwangerschaft während des Kinderwunschs).
  • Zwischen der 9.-12. SSW findet Deine erste Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall statt
  • Passe Deine Ernährung an Deine neuen Bedürfnisse an.
  • Suche Dir eine Hebamme, die Dich während der gesamten Reise begleiten darf. Je früher Du dich darum kümmerst, desto besser. In Deutschland herrscht nämlich leider ein Hebammenmangel.

Hier findest Du unsere Checkliste für die Schwangerschaft als PDF Datei zum kostenlosen Download. So hast Du alle wichtigen To-Do's der Schwangerschaft auf einen Blick. 

Kurzer Exkurs: Folsäure

Was ist eigentlich Folsäure? Folsäure ist an allen Wachstums- und Zellteilungsprozessen beteiligt. Dein Körper kann Folsäure allerdings nicht eigenständig bilden. Normalerweise nimmst Du die Folsäure über Deine Ernährung auf. Während der Schwangerschaft ist Dein Bedarf jedoch höher, als Du über die Nahrung aufnehmen kannst. Beginn also deswegen im Idealfall schon während der Kinderwunschphase Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu Dir. Der Bedarf von 400 Mikrogramm am Tag sollte innerhalb des 1. Trimesters nicht überschritten werden.

Ernährung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft versorgst Du Deinen kleinen Bauchzwerg über die Nabelschnur mit allen Nährstoffen und Vitaminen, welche es für seine Entwicklung benötigt. Aus diesem Grund ist eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Eine solche Ernährung beinhaltet viel frisches Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Fisch und Fleisch. Wenn Du Dich jedoch vegetarisch oder vegan ernährst, solltest Du Dich vorab über entsprechende Alternativen informieren und beispielsweise mit einem Ernährungsberater sprechen. Je weniger industriell verarbeitete Lebensmittel Du zu Dir nimmst, desto besser. Selbstgekochtes Essen beinhaltet nämlich mehr Vitamine und Nährstoffe. Es gibt allerdings auch einige Nahrungsmittel, bei welchen Du vorsichtig sein solltet:

  • Rohmilchprodukte und Weichkäse
  • Rohes Fleisch, Fisch, Leber
  • Rohe Eier
  • Obst, Salat und Gemüse – immer sorgfältig waschen
  • Koffeinhaltige Getränke: Du musst nicht unbedingt auf deinen morgendlichen Kaffee verzichten (mehr als 200 mg Koffein pro Tag wird jedoch nicht empfohlen)
  • Lakritz

Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du Dich natürlich jederzeit von Deiner Ärztin/Deinem Arzt über das Thema Ernährung in der Schwangerschaft informieren.

Vorsorgeuntersuchungen im 1. Trimester

1. Vorsorgeuntersuchung

  • Feststellung Deiner Schwangerschaft, Bestimmung der aktuellen Schwangerschaftswoche & Berechnung des voraussichtlichen Geburtstermins.
  • Untersuchungsgespräch zu Deinem Gesundheitszustand und Klärung Deines Impfstatus.
  • Blutabnahme zur Bestimmung Deiner Blutgruppe und Rhesusfaktor.
  • Hämoglobinbestimmung zur Feststellung von Eisenmangel, Untersuchung auf Syphilis und Chlamydien, Antikörpertest gegen einige Infektionskrankheiten.
  • Beratung zur Ernährung, Belastung, Verhalten, Arbeit, etc.

2. Vorsorgeuntersuchung

  • Erste offizielle Ultraschalluntersuchung
  • Ausstellung des Mutterpasses

Unsere Tipps für bekannte Wehwehchen

Auch wenn eine Schwangerschaft ein unglaubliches Wunder ist, ist sie leider häufig mit einigen unangenehmen Symptomen verbunden. Besonders oft sind Schwangere von Übelkeit und/oder Sodbrennen betroffen. Deswegen haben wir hier ein paar simple Tipps für Euch, mit Denen ihr den Symptomen vorbeugen oder sie lindern könnt.

Bei Übelkeit:

  • Ernährung anpassen und mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen, statt drei Mal viel zu essen
  • Fettarme Ernährung
  • Kohlensäurearme bzw. -freie Getränke trinken
  • Verzehr von Ingwer (mindert den Brechreiz)
  • Akupunktur

Bei Sodbrennen:

  • Stilles Wasser und Kräutertees trinken
  • Trockenes Brot essen
  • Reife Bananen essen

Die kritische Phase des 1. Trimesters

Leider gibt es auch eine traurige Seite von Schwangerschaft, über die nicht so gerne gesprochen wird: Etwa 15-20% aller Frauen erleben eine oder mehrere Fehlgeburten. Man spricht von einer Fehlgeburt, wenn die Schwangerschaft vorzeitig endet. Das Kind ist dann in den meisten Fällen noch gar nicht lebensfähig. In fast 50% aller Fälle geht die Eizelle bereit vor der 6. SSW ab. Das wird jedoch häufig gar nicht bemerkt, weil sich viele zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst sind, schwanger zu sein. Nach der 16. SSW sinkt das Risiko einer Fehlgeburt allerdings. Nach Ende des ersten Trimesters beträgt das Risiko nur noch ca. 5% aller Schwangerschaften.

Falls Du selbst gerade in dieser Situation bist oder sie irgendwann durchlebst, ist es wichtig, dass das alles nicht Deine Schuld sind. Viele Frauen suchen den Fehler bei sich und geben sich selbst die Schuld an der Fehlgeburt. In den aller wenigsten Fällen ist das jedoch die Realität. Nimm Dir die Zeit, die Du zum Trauern benötigst und teile deine Emotionen mit Deinem Partner, Deiner Partnerin oder anderen Vertrauenspersonen. Über die Situation zu sprechen hilft. Du bist nicht allein.

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