Wie kann ich mein Baby beruhigen?

Das ist vielleicht eine der meistgestellten Fragen, die ich als Hebamme in der Wochenbettbetreuung zu hören bekomme. Doch die eine Antwort darauf gibt es nicht, denn jedes Baby hat andere Vorlieben. In diesem Artikel werde ich euch verschiedene Beruhigungsmöglichkeiten vorstellen, die ihr an eurem Baby testen könnt. Allgemein lässt sich sagen, dass vor allem Neugeborene alles gern mögen, was sie an die Zeit im Bauch erinnert: Gewiegt werden, sanfte Enge, monotone Geräuschkulisse. 

Bonding

Über die Vorteile vom Haut-auf Haut Kuscheln, habe ich ja bereits in meinem letzten Blogartikel ausführlich geschrieben. Daher hier nochmal die Kurzform: Wenn das Baby weint, wird es bis auf die Windel ausgezogen und darf bei Mama oder Papa auf der Brust kuscheln. 

Tragen

Dafür gibt es eine riesige Auswahl an Tragemöglichkeiten: Tücher, RingsSlings, BabyCarrier und viele mehr. Die eine perfekte Tragehilfe gibt es nicht, sondern ihr solltet individuell schauen, welche Variante für euch und euer Baby am bequemsten ist. 

Hebammentipp: Lasst euch eine professionelle Trageberatung zur Geburt schenken und kauft die Tragehilfe erst nach der Geburt, wenn ihr mit eurem Baby und ohne Bauch testen könnt, was gut passt! 

Euer Baby wird den direkten Körperkontakt genießen, es kann euren Herzschlag und eure Atmung hören und wird die ganze Zeit durch euch bewegt. 

Pucken 

Pucken ist eine jahrhundertealte Technik, bei der euer Baby fest in ein Tuch gewickelt wird, so dass es wieder die Enge aus dem Mutterleib spürt. Dieses Gefühl, dass die Welt wieder eine Grenze hat, hilft vielen Kindern zur Ruhe zu kommen. Die Babys sollten natürlich nicht Tag und Nacht gepuckt werden, sondern nur um zur Entspannung bei großer Unruhe. Hebammentipp: Das ideale Pucktuch ist mindestens 90x90 cm groß und besteht aus natürlicher, atmungsaktiver Baumwolle. 

Geräusche

Beruhigende Musik, leiser Gesang, der Föhn, prasselnder Regen, ein sanftes Brummen – die Liste der Geräusche, die Babys zur Ruhe kommen lassen ist lang. Hauptsache es ist schön gleichmäßig und monoton. 

Babymassage

Eine sanfte Massage, zB nach dem Baden mit einem Öl kann vielen Babys als Abendritual helfen, mit dem Tag abzuschließen und zur Ruhe zu kommen. Es gibt sogar spezielle Kurse, in denen verschiedene Massagetchniken für Babys vermittelt werden. Hebammentipp: Ein solcher Babymassagekurs sollte vor dem Krabbelalter beendet sein, denn wenn euer kleiner Schatz mobil wird und bei der Massage abhaut, wird es unentspannt. 

Stillen

Stillen heißt Stillen, weil es die Babys still macht – und ist von daher natürlich zur Beruhigung geeignet und von der Natur dafür vorgesehen, denn Stillen ist deutlich mehr als Nahrungsaufnahme. 

Und wenn nichts hilft? 

Wenn nichts hilft, dann solltet ihr euch vor allem Hilfe holen: eure Hebamme, Kinderärzte, Schreikinderambulanzen sind erste Anlaufstellen, um abzuklären, dass es eurem Baby an nichts fehlt und welche Hilfen ihr bekommen könnt. Außerdem solltet ihr eurer Umfeld um Hilfe bitten: das kann bedeuten, dass jemand für euch kocht, bei der Hausarbeit unterstützt oder auch mal für eine Stunde das schreiende Baby übernimmt, sodass ihr etwas spazieren geht, damit ihr euch erholen könnt. 

Ich hoffe, dass ihr mit diesen Tipps & Tricks alle etwas Ruhe findet, 

in diesem Sinne wünsche ich euch besinnliche Feiertage,

eure Frau Hebamme

@frauhebamme

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