Wochenbett - was genau bedeutet das eigentlich?

Das Wochenbett umfasst die Zeit ab der Geburt bis ca. 8 Wochen danach. In dieser Zeit steht nur eine Sache im Fokus: Ruhe für die Mutter und das Baby.

Es gibt immer noch viele frischgebackene Mütter, die nach nur wenigen Tagen oder Wochen nach der Geburt in ihren normalen Alltag zurückkehren. Doch der Körper braucht eigentlich viel länger, um sich von den Strapazen einer Geburt zu erholen. Was während der Zeit des Wochenbetts beachtet werden sollte, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

 

Zeit für Euch

Wenn man nach der Geburt aus dem Krankenhaus nach Hause kommt, beginnt ein komplett neuer Lebensabschnitt. Man ist ja jetzt „Mama“ und es ist eine große Umstellung sich plötzlich um jemanden zu kümmern. Während des Wochenbetts können sich die Mutter und ihr Baby aneinander gewöhnen. In diesen Wochen ist ganz viel Zeit für Kuscheleinheiten mit dem neuen Familienmitglied da. Auch das Stillen muss erst erlernt werden. Denn das kann manchmal schwieriger sein als gedacht.

Nach der Geburt können es Freunde und Verwandte meist gar nicht abwarten das Baby zum ersten Mal zu sehen. Es sollten aber nur Besuche zugelassen werden, wenn sich Mutter und Baby danach fühlen. Es ist nämlich gar nicht schlimm auch mal „nein“ zu sagen, denn das Wohl von Mutter und Kind hat oberste Priorität. Wenn allerdings jemand zu Besuch kommt, solltet ihr auf kleine Geschenke verzichten, und euch stattdessen Essen mitbringen lassen. Denn während dem Wochenbett bleibt oft wenig Kraft und Lust zu kochen. Es ist auch empfehlenswert vor der Geburt vieles vorzukochen und einzufrieren. Das Bett sollte man nämlich außer zum Duschen und Essen eigentlich nicht verlassen. Es heißt ja schließlich nicht umsonst Wochen-„Bett“. 😉

 

Das Frühwochenbett

Die Phase beschreibt ungefähr die ersten zehn Tage nach der Geburt, da während dieser Zeit die größten Veränderungen auftreten. Oft plagen die Mütter Nachwehen, der Milcheinschuss beginnt und die Gebärmutter bildet sich schnell zurück. Hinzu kommt noch der Wochenfluss.

Unter Wochenfluss versteht man ein Wundsekret, welches durch das Ablösen der Plazenta vaginal ausgeschieden wird. Zu Beginn ist die Flüssigkeit noch sehr blutig. Im Laufe der Zeit wird diese aber heller. In der Regel dauert der Wochenfluss ca. acht Wochen. Während des Wochenflusses ist aufgrund des Infektionsrisikos Duschen empfehlenswerter als Baden. Außerdem ist es besser nur Binden und keine Tampons zu verwenden. 

 

Wochenbettbetreuung

Eine Hebamme stellt eine großartige Unterstützung während der Zeit des Wochenbetts dar. Jede Mutter hat sogar den Anspruch auf diese häusliche Nachsorge bzw. Wochenbettbetreuung. Folgende Betreuung durch eine Hebamme steht einer Mutter zu:

  • In den ersten zehn Tagen jeweils einmal täglich
  • 16 zusätzliche Termine in den ersten 2 Monaten
  • 8 zusätzliche Termine bei Stillschwierigkeiten oder Ernährungsproblemen

Ideal ist natürlich, wenn man vor der Geburt bereits von einer Hebamme betreut wurde. Dann kennt die Hebamme den Schwangerschaftsverlauf und weitere wichtige Informationen. Außerdem sollte die Wochenbettbetreuung auch vorher mit der Hebamme abgesprochen werden, damit sie auch Zeit finden kann. Ansonsten könnte es schwierig werden, eine Hebamme zu finden, da eine hohe Nachfrage besteht.

 

Rückbildungsgymnastik

Während der Schwangerschaft verändern Hormone das Gewebe im Körper der Mutter. Das Gewebe wird weicher, damit das Kind das Becken bei der Geburt problemlos passieren kann. Nachdem das Baby auf der Welt ist, bleibt der Beckenboden aber zunächst weich. Das kann auf längere Dauer zu Inkontinenz führen. Daher wird Rückbildungsgymnastik empfohlen, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.

Rückbildungsgymnastik-Kurse gehören zur Krankenkassenleistung. Außerdem kann es auch hilfreich sein, sich mit anderen jungen Müttern auszutauschen. Es gibt aber auch Übungen für Zuhause, welche man sich von einer Hebamme zeigen lassen kann.

 

Das Wochenbett kann eine sehr zauberhafte Erfahrung sein. Genießt die Zeit mit eurem kleinen Wunder so gut es geht und baut eine Bindung zueinander auf! Versucht euch zu schonen und lasst euch gerne von eurem Partner, Freunden oder der Familie helfen. Der Haushalt kann warten…

Und noch ein kleiner Tipp von uns: Schlafen, wenn das Baby auch schläft. Die Nächte können nämlich sehr anstrengend und schlaflos werden.

 

 

 

1 Kommentar

Danke für den ausführlichen Beitrag 🤗 Dz hast alles super beschrieben. Ich freue mich jetzt schon auf das Wochenbett 😉

Jenny 02 Mai, 2019

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